Nach der ersten, erfolgreichen Bergbesteigung geht es nun weiter durch Zentralkappadokien in Richtung Nordost. Die Landschaft ist karg, weitläufig und irgendwie urtümlich -- als ob hier vor tausenden von Jahren versunkene Völker gelebt hätten.
Man nächtigt auf Ebenen, auf denen ehemals große Steine durch den ständigen Wechsel von Sonne und Nachtkühle schon lange zu Geröll geworden sind. In von Menschen vor langer Zeit in den Fels gegrabenen Höhlen. Auch, wie überall in der Türkei, in frischen oder alten Bauruinen.
Das nächste Zwischenziel ist der Erciyes Dağı. Das ist ein ruhender Vulkan von etwa 4000 m Höhe, es ist also Höhenakklimatisierung und auch alpine Ausrüstung erforderlich. Das "moutaineering equipment" ersteht man für eine schmale Mark in Kayseri, der anliegenden Großstadt.
Die Akklimatisierung erfolgt nicht gemäß "train high -- sleep low", sondern durch einen zweitägigen Aufstieg. Am Gipfeltag wird die höchste Skistation erreicht -- dort geht es über tückische Geröllfelder, Schneeabschnitte bei z.T. 45° Hangneigung bergan.
Die technischen Schwierigkeiten werden immer größer. An Fotos ist nicht zu denken, man braucht jedes bisschen Aufmerksamkeit für die eigene Sicherheit. Irgendwann, unterhalb des Ostgrats im Hand, braucht man für 2 Stunden für 200 m Wegstrecke.
Obwohl man sich nur noch 30 Höhenmeter unter dem Gipfel befindet, entscheiden die drei Gefährten hier, mit großer, nicht alterstypischer Reife: wir kehren um, denn zwingen kann man den Berg nicht.
Ein Ruhetag in Kayseri schließt sich an. Dann geht es weiter nach Osten...
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