Freier Lauftreff ZugvogelDas Prinzip der Gemeinschaft |
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Gerade bei einem inklusiven Lauftreff, wie wir es sind, steht das gemeinschaftliche Training im Vordergrund. Natürlich trainiert aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen nicht jeder das Gleiche, aber alle immer gemeinsam. Die Einsicht, dass ein (Sport-)Team mehr ist als die Summe der einzelnen Athleten, ist Kern unserer Philosophie. Um zu erklären, warum nach unserer Überzeugung dieses "Prinzip der Gemeinschaft" so wichtig ist, machen wir einen Umweg über aktuelle Erkenntnisse von Arne Güllich (Güllich ist ein Sportwissenschaftler und einer der international führenden Forscher zur Talententwicklung im Leistungs- und Breitensport). Güllichs Forschungsergebnisse zeigen: Spezialisierung und Einzeltraining sind, sofern wir es nicht schon mit einem Vollblutsportler zu tun haben, meist nicht förderlich für eine nachhaltige Entwicklung. Insbesondere junge Spezialisten weisen häufig Defizite auf -- sowohl motorische als auch psychologische. Die motorischen Faktoren lassen wir hier mal außen vor und konzentrieren uns auf die psychologischen. Wer spezialisiert trainiert (d.h. außerhalb expliziter sozialer Bindungen), ist stärker auf Leistung und äußere Erwartungen fokussiert. Die Motivation ist häufiger extrinsisch, was das Risiko für Burnout und Dropout erhöht. Eine stabile, unterstützende Gemeinschaft wie ein heimeliger Lauftreff, in dem auch öfter mal etwas Neues ausprobiert wird, ist ein wichtiger Faktor gegen Überforderung und Motivationsverlust. Güllich stellt außerdem fest: ist ein Athlet noch kein Vollblutsportler, so sollte es vor allem um die Entwicklung von sportlichen Gewohnheiten gehen. Das bedeutet konkret: ich brauche ein sport-geprägtes Verständnis davon, wie eine typische Woche bei mir so aussieht. Nachhaltige Gewohnheiten entstehen vor allem dann, wenn man sich auf das Einzuübende (den Sport) freut. In unserem Falle, weil mich der heimelige Lauftreff und viele Freunde mindestens jeden Samstag an die frische Luft ziehen. Unserer Erfahrung nach gilt dieses "Prinzip der Gemeinschaft" für alle Athleten, bei denen der begrenzende Faktoren der sportlichen Entwicklung nicht "Zeit" heißt. Also für alle Sportler, die keine Hochleistungssportler mit zweimaligem Training am Tag sind. |
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